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Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Göggingen
Auszug aus der Chronik der Festschrift aus dem Jahre 1993,  verfasst von Robert Kempf bis zum Jahre 1970 und ab dem Jahre 1970 von Bernhard Vochazer.
Die Freiwillige Feuerwehr Göggingen feiert vom 25. bis 28. Juni 1993 ihr 100-jähriges Gründungsfest, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag 1993 des Landkreises Sigmaringen. Als der eigentliche Gründungstag ist im alten Protokollbuch der 19. November 1893 verzeichnet. Zweck und Ziel dieser Vereinsgründung waren die gleichen, die heute noch Gültigkeit haben: „Ständige Bereitschaft und tatkräftige Hilfe zum Schutze von Leben, Gesundheit und Eigentum der Mitmenschen.“ Der Freiwilligen Feuerwehr Göggingen gereicht es zur Ehre, in diesen Tagen ihrer Gründungsmitglieder zu gedenken. Der damalige Bürgermeister Johann Nepomuk Fießinger leitete die erste Versammlung, in der sich gleich 63 Bürger bereit erklärten, der Wehr beizutreten. Andreas Walz wurde zum Kommandanten und Gerhard Dufner zu seinem Stellvertreter gewählt. Dem langjährigen Schriftführer Alfons Burth ist es zu verdanken, dass die Geschichte der Gögginger Wehr schon in den ersten Jahrzehnten gewissenhaft und lückenlos aufgezeichnet wurde. Burth, der auch als Rechner für die Freiwillige Feuerwehr tätig war, verstarb am 3. Oktober 1912

In der Versammlung am 13. April 1902 wurde beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Diese wurde von der Kunststickerei Carl Neff in Biberach a.d.R. zum Preise von 200 Mark erworben. Die Weihe derselben erfolgte am 20. Juli 1902 unter großer Beteiligung vieler Wehren, auch aus dem benachbarten Württemberg und Hohenzollern, wie vom Chronisten vermerkt wurde. Zur Finanzierung der Vereinsfahne wurde eine Theateraufführung durchgeführt, und zwar das Trauerspiel „Zriny“ von Theodor Körner. Diese Aufführungen erbrachten 312 Goldmark in die Vereinskasse, für die damaligen Verhältnisse einen recht ansehnlicheren Betrag.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges mussten die meisten der jüngeren Wehrmänner einrücken, und die wenigen noch in der Heimat verbliebenen Feuerwehrleute bekamen dann noch vom damaligen Großherzoglichen Bezirksamt in Meßkirch die Aufforderung, die Bahnanlagen auf der heimischen Gemarkung Tag und Nacht zu bewachen.
Als Wachlokal diente der Wartesaal im Bahnhof. Erst am 13. September, nach einer über sechs Wochen langen Tätigkeit, wurde dieses Kommando aufgehoben. Doch nicht nur Ernstes gibt es aus diesen Tagen zu berichten. Die älteren Einwohner erinnern sich noch heute an manche nette Episode aus dem „Einsatz“. Nach Beendigung des Großen Völkerringens traten mehrere jüngere Heimkehrer der Frw. Feuerwehr bei, so dass die Mannschaften wieder auf den normalen Stand gebracht werden konnten. Der langjährige verdiente Wehrführer Gerhard Dufner bat nun auch um Entbindung von seinem Amt. Für ihn übernahm Zimmermeister Georg Kempf die Wehrführung.

Nach der unglücklichen Inflation konnte auch wieder an eine Verbesserung der Geräte und an die Anschaffung von Schlauchmaterial gedacht werden. Auch die Einkleidung der Wehr mit neuen Uniformen wurde in den 20er Jahren getätigt. Die erste Motorspritze, eine TS 8 wurde 1937 von der Feuerwehrgerätefabrik Metz in Karlsruhe geliefert. Die Jahre vergingen bei freud- und leidvollen Anlässen, doch bald zeichneten sich in Kundgebung-gen, Aufmärschen und Luftschutzübungen die Umrisse eines kommenden 2. Weltkrieges ab. Ein Großteil der aktiven Feuerwehrmänner wurde erneut zu den Waffen gerufen.

Der damalige Kommandant, Zimmermeister Georg Kempf hatte es schwer, mit nur wenigen Feuerwehrmännern und nur notdürftig ausgebildeten Jugendlichen in eventuellen Schadensfällen einsatzbereit zu sein Am 28. April 1944 wurde die Gögginger Feuerwehr nach einem großen Fliegerangriff nach Friedrichshafen gerufen, wo die Motorspritze mit 12 Mann Besatzung am Hotel „Seehof‘ acht Stunden lang im Einsatz war. Der unselige Krieg 1939/45 hatte nicht nur in den anderen Vereinen des Dorfes große Lücken hinterlassen, auch die Freiwillige Feuerwehr hatte viele Opfer zu beklagen. Feuerwehrmann Anton Jäger kam am 22. Februar 1945 bei einem Fliegerangriff in Stockach ums Leben.

Der Zusammenbruch 1945 brachte für die hiesige Wehr wie auch an anderen Orten vielerlei Beschwernisse. Langjährige Mitglieder mussten auf Befehl der Besatzungsmacht aus der Wehr ausscheiden. Auf Anordnung der damaligen Militärregierung durfte die Wehr nur eine Sollstärke von 9 Mann und ebenso viele Reservisten haben. Für den zurückgetretenen bisherigen Kommandanten Georg Kempf übernahm in schwerer Zeit Karl Kempf-Seifried die Wehrführung. Für den neugewählten jungen Kommandanten war es in dieser Zeit einer allgemeinen Vereinsmüdigkeit nicht leicht, eine schlagkräftige Wehr aufzustellen.

Mit Karl Kempf-Seifried hatte die Gemeindeverwaltung, sowie die Freiwillige Feuerwehr Göggingen 22 Jahre lang einen treuen Paladin des Feuerlöschwesens, bis er am 12. Februar 1968 in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender der Hohenzollerischen Milchzentrale Sigmaringen auf einer Dienstfahrt im Alter von erst 45 Jahren tödlich verunglückte. In der Dienstzeit des allzu früh Verewigten wurde unter anderem auch die neue TS 8 von der Firma Ziegler angeschafft.

Seit dem 24. März 1968, an den in einer außerordentlich einberufenen Hauptversammlung ein neuer Kommandant gewählt werden musste, führt die Gögginger Wehr Schreinermeister Hermann Kern. Unter seiner Führung, wie auch unter seinem Vorgänger konnte durch die Teilnahme an Wettkämpfen der Ausbildungsstand wesentlich gesteigert werden. Mehrere Gruppen sind bereits im Besitze des bronzenen Leistungsabzeichens, eine weitere konnte im Jahre 1969 sogar das Silberne erringen.

1968-1993

Hermann Kern

Das 75-jährige Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr Göggingen war verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag des Kreises Stockach. Ein großer Fortschritt für die Wehr war die Weihe und die Übergabe des Feuerwehrfahrzeuges LF8, das uns bis zum heutigen Tage noch zur Verfügung steht. Der Festzug mit 84 Feuerwehren und 12 Musikkapellen übertraf alle Erwartungen.
Im Juli 72 erwarb eine Gruppe junger Nachwuchskräfte das bronzene Leistungsabzeichen in Stockach. Gleichzeitig fand hier der letzte Kreisfeuerwehrtag des Kreises Stockach statt. Mit der Auflösung des Kreises Stockach wurde die Gemeinde Göggingen, dem Kreis Sigmaringen zugegliedert und somit auch dem Kreisfeuerwehrverband.

Im März 1973 wurde unser Kommandant Hermann Kern als Ausschussmitglied in den Kreisfeuerwehrverband Sigmaringen gewählt, dem er bis heute noch angehört. Mit der im Jahre 1972 begonnenen Gemeindereform, musste auch die Gliederung der Feuerwehren geändert werden. Am 1. Januar 1975 ist aus den Teilortswehren Ablach, Bittelschieß, Ettisweiler, Göggingen, Hausen a.A. und Krauchenwies, die Feuerwehr der Gesamtgemeinde Krauchenwies entstanden. Als erster Kommandant der Gesamtwehr wurde am 18.4.1975 Albert Ruprecht aus Krauchenwies gewählt. Nach dem überraschenden Tod von Albert Ruprecht, im März 1979, übernahm Gerhard Scheuermann am 14.12.1979 das Kommando der Gesamtwehr.

In den Jahren 1978 und 1979 erwarben 2 Gruppen das Leistungsabzeichen in Bronze. Im Dezember 1978 erfolgte die Inbetriebnahme der Funkleitstelle Sigmaringen. Seit diesem Tage ist auch die Gemeinde Krauchenwies in die Funkalarmierung integriert und mit Meldeempfängern und Sprechfunkgeraten ausgestattet. Jeweils 2 Gruppen erwarben im Jahre 1980 und 1981 das silberne Leistungsabzeichen, ebenso 2 Gruppen das goldene Leistungsabzeichen in Tuttlingen im Jahre 1981 und in den darauf folgenden Jahren des Öfteren einzelne Gruppen das bronzene und das silberne Leistungsabzeichen.

Ein großer Meilenstein in der Geschichte unserer Wehr erfolgte im Jahre 1988/89 mit dem Bau des Rathauses und des neuen Feuerwehrgerätehauses. Durch den unermüdlichen Einsatz unseres Kdt. Hermann Kern und aller Feuerwehrkameraden war es durch die erbrachte Eigenleistung vor allem beim Innenausbau möglich, dass dieses schmucke Gebäude entstand. Neben 2 Garagen und einem Kommandantenzimmer stehen auch ein geräumiger Lehrsaal, eine Küche und Nebenräume zur Verfügung. Im Rahmen eines Festaktes übergab Bürgermeister Schöllhammer am 14.10.1989 das Gebäude seiner Bestimmung, das mit einem 2-tägigen Fest würdig gefeiert wurde.

Im Februar 1990 wurden 12 Kameraden unserer Abteilung mit Meldeempfängern ausgestattet und gehören einer Schleife der Gesamtwehr Krauchenwies an.
Um für den Ernstfall gerüstet zu sein finden monatlich Feuerwehrproben statt. Jährlich wird eine selbstständige Hauptübung abgehalten. Ebenso findet einmal jährlich, zusammen mit den übrigen Abteilungen der Gesamtgemeinde und des DRK eine Hauptübung statt, wobei die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren für den Ernstfall geprobt wird. Des Weiteren finden Funkübungen der Gesamtwehr statt um den unentbehrlichen Umgang mit den Funkgeräten zu festigen.
Seit fast 20 Jahren übernimmt die Feuerwehr Göggingen den Brandschutz beim ADAC Moto-Cross. Ausflüge mit den Aktiven, Ausfahrten mit den Ehrenmitgliedern sowie verschiedene Kameradschaftsabende tragen zu einer hervorragenden Kameradschaft bei. Durch Besuche von Feuerwehrfesten in anderen Gemeinden wird die Kameradschaft zu anderen Feuerwehren gepflegt. Das jährliche Schlachtfest am Kirchweihwochenende erfreut sich steigender Beliebtheit.
Dies alles ist nur eine kleine Beschreibung dessen, was unsere Abteilung in den vergangenen Jahren geleistet hat. Ein lückenloser Schriftführerbericht ist Zeuge über gute sowie auch schwere Zeiten. In Dankbarkeit erinnert sich die Gögginger Bürgerschaft an diesen Festtagen ihrer Jubelwehr. Seit der Gründung im Jahre 1893 war es für die Freiwillige Feuerwehr Göggingen in vielen Einsätzen eine Selbstverständlichkeit allen Mitbürgern zu helfen und schützend zur Seite zu stehen.

Dank gebührt auch den Gemeindeverwaltungen der vergangenen 100 Jahre, die alle ausnahmslos durch finanzielle Zuwendungen die Freiwillige Feuerwehr tatkräftig unterstützten. Danken möchten wir auch unserem Kommandanten Hermann Kern der nun 25 Jahre diese Wehr geführt hat und zum Ende dieses Jahres aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausscheiden wird.
Mit diesem Rückblick geleiten wir die Jubelwehr, so hoffen wir alle, in eine friedliche und glückliche Zukunft.

1993 – 2008

Peter Stärk

Fortsetzung vom Ehrenabteilungskommandanten Peter Stärk:
Nachdem Peter Stärk 10 Jahre als stellvertretender Abteilungskommandant fungierte, übernahm er 1993 die Führung der Abteilung Göggingen als
Kommandant von seinem Vorgänger Hermann Kern, der sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederahl stellte. Alte Traditionen und Verpflichtungen
wie das Moto-Cross, Besuch von Feuerwehrfesten, Ausflüge, Kameradschaftsabende und das Schlachfest wurden weitergeführt und beibehalten.In der
Ära Peter Stärk legten auch wieder einige Gruppen die Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold regelmässig ab. Im Jahre 2001 wurde unter der
Federführung von Peter Stärk und Patrick Schafhäutle die Jugendfeuerwehr gegründet. Durch die Jugendfeuerwehr kann die aktive Wehr immer wieder
auf jungen Nachwuchs zurückgreifen.