Technik

Haupt – und Schlussprobe Gesamtwehr 2017

Hauptübung

Krauchenwies hk Die Gesamtfeuerwehr Krauchenwies hat ihre Hauptübung bei der Gögginger Firma Vema absolviert. Angenommen wurde das Szenario, dass die Brandmeldeanlage in der Lagerhalle einen Alarm auslöst und in dem stark verrauchten Gebäude mehrere Personen vermisst werden. Bei der Firma handelt es sich um einen kunststoffverarbeitenden Betrieb, der Spritzgussteile als Zulieferer für die Automobilbranche herstellt. Der Gebäudekomplex wurde 2013 errichtet und ist circa 110 mal 45 Meter groß. Er ist mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet und besteht aus den vier Brandabschnitten Bürotrakt, Werkzeugbau, Spritzgusshalle und Lagerhalle. Die Fläche zwischen Spritzgusshalle und Lagerhalle ist überdacht und wird für Leergutboxen und Paletten genutzt. In der Lagerhalle befindet sich ein Hochregallager mit Endprodukten.

Der Rauch wurde mit Disconebel nachgestellt und wirkte dadurch sehr realistisch. Bereits von außen war er gut sichtbar. Der Firmeninhaber meldete sechs vermisste Mitarbeiter. Die alarmierten Kräfte und die Wasserversorgung schienen nicht auszureichen, und so forderte der erste Zugführer alle Abteilungen an. Die Abteilungen Krauchenwies und Göggingen kümmerten sich um die Personenrettung und den Löschangriff in der Halle. Die Abteilung Ablach sicherte die Firma Remo und löschte von außen. Ein weiterer Atemschutztrupp ging von dort aus in die Halle. Die Abteilungen Bittelschieß und Hausen waren für die Wasserversorgung zuständig. Von der Ablach aus versorgten sie mit zwei B-Leitungen die anderen. Dabei kamen erstmals die neuen Schwimmsaugkörbe an der ebenfalls neuen Wasserentnahmestelle zum Einsatz.

Bei strahlendem Sonnenschein war die Anzahl der Zuschauer entsprechend groß. Nach etwa 45 Minuten war die Übung zu Ende. In Vertretung des Kreisbrandmeisters beobachtete Werner Stroppel vom Kreisfeuerwehrverband Sigmaringen die Übung. Da er sie anschließend direkt mit dem Einsatzleiter besprach, entfiel die öffentliche Übungsbesprechung.

 Generalversammlung

Jugendwart Gustavo Wagner konnte bei der Hauptversammlung der Feuerwehr eine erfreuliche Personalbilanz vorlegen. Obwohl vier Jugendliche zu den Aktiven wechselten, sorgten 13 Neuzugänge dafür, dass die fünf Jugendwehren der Gemeinde jetzt 52 Mitglieder haben, darunter sind 16 Mädchen. Anfragen für das kommende Jahr, vor allem für die Kindergruppen gäbe es auch schon. Die Jugendlichen treffen sich alle zwei Wochen, um zu basteln, spielen und sich mit der Feuerwehrtechnik zu beschäftigen. Gustavo Wagner möchte mehr gemeinsame Proben machen, wobei die Jugendfeuerwehren in diesem Jahr das Kreisjugendzeltlager ausrichten.

Solch eine positive Personenbilanz konnte Kommandant Robin Damast von den Aktiven nicht vorlegen. Mit der Auflösung der Abteilung Ettisweiler beendete die dortige Mannschaft ihre aktive Zeit, weil fast alle an der Altersgrenze sind. Nur einer macht in der Abteilung Göggingen weiter. Somit hat die Gesamtwehr noch 176 Mitglieder, davon zehn Frauen. Zu 74 Einsätzen wurde die Wehr im vergangenen Jahr gerufen. Bei 35 Einsätzen handelte es sich um technische Hilfen und es gab 17 Fehlalarme, hauptsächlich durch eine defekte Brandmeldeanlage einer Firma ausgelöst, die nun umgebaut wurde. Kommandant Damast sprach von einem ruhigen Jahr mit vielen Kleineinsätzen. Dennoch leisteten 734 Einsatzkräfte insgesamt 776 Stunden Dienst. Für den Bedarfsplan wurden die Daten gesammelt und an eine externe Firma zur Auswertung gegeben. Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Werner Stroppel bescheinigte der Wehr einen guten Ausbildungsstand. „In Krauchenwies kann man beruhigt schlafen“, stellte auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Dieter Müller fest.

Damit lobte er die Arbeit und den Ausbildungsstand der Wehr. Beim Bedarfsplan ist Pfullendorf nach seinen Angaben schon einen Schritt weiter. Über die Beraterfirma Luelf und Rinke, die auch den Plan für Krauchenwies macht, konnte Müller nur Positives berichten. „Jugendschutz ist auch in der Feuerwehr wichtig“, ergänzte Dieter Müller, die Umsetzung der Jugendschutzrichtlinien mit Augenmaß und ohne Angst zu machen. Für 2017 wünschte er den Wehren wenig belastende Einsätze.

Bei der Hauptübung bei der Firma Vema in Göggingen habe man wichtige Erkenntnisse über das Objekt erhalten, bedankte sich Bürgermeister Jochen Spieß bei den Aktiven für ihren Einsatz, wobei er die Auflösung der Ettisweiler Wehr bedauerte. Da er wisse, wie wichtig es sei, dass man sich in einem Gebäude auskenne, habe er der Feuerwehr angeboten, in seiner Firma zu üben, erläuterte Vema-Firmenchef Werner Veser, selbst ehemaliger Feuerwehrmann. Und die Übung sei hervorragend abgelaufen, bescheinigte er seinen langjährigen Feuerwehrkollegen. Bei den anschließenden Ehrungen wurde Manfred Glöckler zum Ehrenabteilungskommandant ernannt.
(c) Schwäbische Zeitung – Herbert Klawitter

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