Technik

Hauptübung und Generalversammlung 2015 Gesamtwehr

Bei ihrer Hauptübung müssen die Krauchenwieser Feuerwehrmänner ihr eigenes Gerätehaus löschen

Kann ein Flugzeug ein Triebwerk verlieren? Das hat Kommandant Hubert Seifried angenommen und zur Grundlage der Jahresübung gemacht.
Mit dieser Hauptübung hat sich der scheidende Kommandant Hubert Seifried etwas Besonderes einfallen lassen. Nur wenige wussten, dass das Übungsobjekt das Gerätehaus in Krauchenwies sein würde. Somit waren die Aufgaben für die Abteilungen nicht vorgegeben und damit alles wie bei einem echten Einsatz.

Das Gerätehaus wurde einst als Wagenremise des Fürstlichen Schlosses erbaut. Im Erdgeschoss befinden sich heute die beiden Fahrzeughallen mit Funkkabine, Atemschutzwerkstatt und Schlauchwascheinrichtung sowie der nach oben offene Schlauchturm. Im Obergeschoss sind die Schulungs- und Aufenthaltsräume der Bereitschaft des Roten Kreuzes und der Feuerwehr untergebracht. Die Fahrzeughallen und Schulungsräume sind durch ein Treppenhaus getrennt. Der Dachboden ist durchgängig offen und wird als Lager und Kleiderkammer genutzt.

Angenommen wurde folgendes: Ein verlorenes Flugzeugtriebwerk schlägt im Bereich der DRK-Schulungsräume ins Gebäude ein. Diese im ersten Augenblick unmögliche Lageannahme ist laut Internetrecherche allerdings gar nicht so utopisch. Durch den Einschlag stürzen Teile der Decke in die Fahrzeughalle und begraben das darunter befindliche Fahrzeug LF 16/12. Außerdem wird die durch die Halle verlaufende Gasleitung abgerissen, das Gas entzündet sich und die Flammen breiten sich rasch über die Trümmerteile aus Holz in die obere Etage aus. Es befinden sich zirka zehn Personen im Schulungsraum der Feuerwehr, die das Gebäude nicht mehr über das Treppenhaus verlassen können. Sie machen sich beim Eintreffen der ersten Kräfte an den Fenstern der Giebelseite bemerkbar. Drei Personen sind kurz vor dem Einschlag auf den Dachboden gegangen und gelten als vermisst.

Die Rettung der Eingeschlossenen erfolgt mit Steck- und Drehleitern. Bild: Herbert Klawitter

Die Kräfte aus Krauchenwies brachten die verbliebenen Fahrzeuge in Stellung und retteten über Steckleitern die eingeschlossenen Personen. Die Abteilungen verstärkten die Atemschutztrupps und bauten die Wasserversorgung für die Löschangriffe auf. Mit der Drehleiter aus Sigmaringen wurden die Atemschutztrupps ins Gebäude abgesetzt und die verletzten Personen gerettet. Die Verletzten wurden an die DRK-Bereitschaft übergeben.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung bezeichnete Kreisbrandmeister Michael Hack das Übungsszenario als realistisch, weil auch Gerätehäuser nicht vor Brand gefeit seien. Und wenn Rettungsgerät ausfalle, seien die Abteilungen umso wichtiger, so der Kreisbrandmeister weiter. Mit einem Lob an alle Beteiligten beendete Michael Hack seine Ausführungen.

Robin Damast ist neuer Kommandant der Feuerwehr Krauchenwies

Bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Krauchenwies wurde Robin Damast mit großer Mehrheit zum neuen Kommandanten gewählt.
Nachdem Robin Damast im Januar von Hubert Seifried schon die Abteilung Krauchenwies übernommen hatte, wurde er nun bei der Hauptversammlung mit überwältigender Mehrheit zum Kommandanten der Gesamtwehr gewählt, informiert die Wehr in einer Pressemitteilung.

Sein Stellvertreter Hubert Scheuermann wurde mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Genauso wie Schriftführer Herbert Klawitter. Bürgermeister Jochen Spieß verabschiedete den scheidenden Kommandanten mit den besten Wünschen. Seifried habe das Amt unter schwierigen Bedingungen angetreten. Er habe mit den Abteilungen auf Augenhöhe gearbeitet, so Jochen Spieß weiter. Die Zusammenarbeit mit ihm habe er immer geschätzt. An Robin Damast gerichtet, wünschte er eine erfolgreiche Amtszeit. Er sei von seiner Führungsfähigkeit überzeugt, so der Bürgermeister. Der stellvertretende Kommandant Hubert Scheuermann überbrachte die Dankesworte der Abteilungen. Kommandant Hubert Seifried konnte in seinem letzten Tätigkeitsbericht von 51 Einsätzen berichten. 39 davon waren technische Hilfe-einsätze. Dazu haben auch Sturm Niklas und mehrere Lastwagen-Unfälle beigetragen. Entgegen dem allgemeinen Trend, ist das Personal der Gesamtwehr auf 192 Mitglieder gestiegen, elf davon sind weiblich. Die Abteilung Krauchenwies feiert dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen, heißt es weiter. Dies sei aber nicht der einzige Jahrestag, wie Hubert Seifried zu berichten wusste. So besteht die Feuerwehr Krauchenwies mit ihren Abteilungen seit 40 Jahren.

Jugendfeuerwehrwartin Martina Seifried verlas ihren Tätigkeitsbericht. Die Abteilung Hausen a. A. hat im vergangenen Jahr eine Jugendfeuerwehr gegründet. Krauchenwies hat somit fünf Jugendfeuerwehren mit insgesamt 43 Jugendlichen, zwölf davon sind Mädchen. Diese trafen sich zu 76 Proben mit Basteln, Spielen und Feuerwehrtechnik. Mit Hausen wurde ein 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag veranstaltet.

Über den aktuellen Stand der digitalen Alarmierung berichtete Kreisbrandmeister Michael Hack. So sind auf Kreisebene 3300 Meldeempfänger zu einem einheitlichen Preis beschafft worden. Auch die Sendemasten seien größtenteils montiert, der Probelauf könne bald starten. Er bedankte sich bei den Kommunen und bei allen, die beim Aufbau mitgewirkt haben. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Werner Stroppel dankte den Anwesenden, allen voran Hubert Seifried, für die geleistete Arbeit für die Allgemeinheit. Am Ende übergab Hubert Seifried per Handschlag die Feuerwehr an Robin Damast, der die Hauptversammlung der Feuerwehr beendete.

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